Gerechtigkeit im Internet – Homosexuelle und Mobbing

Ein Leben ohne Internet – das können sich viele Menschen gar nicht mehr vorstellen. Das Web bringt einfach viele Vorteile mit sich und hat unser Leben in nahezu allen Bereichen einfacher und bequemer gemacht. Online Shopping, Dating, Essen bestellen, Jobs finden, mit Freunden und Familie in Kontakt bleiben, die sozialen Medien – es gibt unzählige Dinge, die man über das Internet tun kann. Besonders jetzt, in Zeiten der Pandemie, wächst die Bedeutung des weltweiten Netzes noch einmal gewaltig, weil es uns die Möglichkeit gibt, Verwandte und Freunde, die man sonst nicht sehen könnte, am Bildschirm zu begrüßen.

Doch leider bietet das Web nicht nur Vorteile, es gibt auch die Schattenseiten der anonymisierten Cyberwelt – man denke hier nur einmal an das sogenannte Darknet, pädophile Netzwerke oder Internetkriminelle. Es gibt aber auch vermeintlich harmlosere Nachteile des Internetz, die für Betroffene aber dennoch schlimme Folgen haben oder diese sogar in den Tod treiben können. Die Rede ist vom sogenannten Cyber-Mobbing. Besonders häufig sind von diesen fiesen, virtuellen Mobbing Attacken Homosexuelle betroffen. Auch wenn Homosexualität in einer aufgeklärten, modernen Gesellschaft eigentlich längst zur Normalität dazu gehört, gibt es im Web dutzende von Orten, an denen gegen Schwule und Lesben gehetzt und schlimmstes Mobbing gegen diese betrieben wird.

Cyber-Mobbing und Hetze gegen Homosexuelle im Netz

Einst war es auch in Deutschland undenkbar, sich als homosexuell zu outen und die gleichgeschlechtliche Liebe offen auszuleben. Es drohten gesellschaftliche Ächtung, familiäre Tragödien oder sogar harte Strafen durch den Staat – diese Zeiten sind zum Glück lange vorbei und es hat sich vieles zum Guten gewandt. Homosexuelle sind nun ein anerkannter Teil des gesellschaftlichen Lebens und haben es in der echten Welt meist nicht mehr schwer, ein gutes und zufriedenes Leben zu führen. Im Internet kann die Sache aber leider oft etwas anders aussehen. Im Schutz der Anonymität in den Weiten des Webs, formieren sich radikale Homosexuellen Gegner, um in Foren, Kommentaren oder Videos gegen gleichgeschlechtliche Liebe zu hetzen. Es wird häufig mit den schlimmsten Vorurteilen, argen Beleidigungen und Diffamierungen gearbeitet, um Homosexuelle Menschen und Paare zu diskreditieren und schlecht zu machen.

Manchmal sind es religiöse Gründe, welche die Hetzer dazu treiben, ihr perverses Cyber-Mobbing im Web zu betreiben, manchmal aber auch persönliche Abneigungen gegen homosexuelle Menschen, Hass auf Andere oder einfach nur die perfide Freude, über das Leid Anderer. Ebenso vielfältig wie die Gründe für Cyber-Mobbing gegen Homosexuelle Menschen, sind auch die Plattformen, auf denen dieses betrieben wird und die Folgen für Betroffene. Besonders heftig trifft es oft Schüler oder Studenten, die sich bereits früh zu ihrer Homosexualität bekennen. Kinder und Jugendliche können bekanntlich grausam und erbarmungslos sein und verschiedene Vorurteile finden bei ihnen, aufgrund ihrer geistigen Unreife, noch besser und einfacher Anklang, als bei Erwachsenen. So kommt es nicht selten vor, dass Schülerinnen und Schüler, die sich offen vor der Klasse outen, danach massivem Cyber-Mobbing ausgesetzt sind.

Die Mobber nutzen in solchen Fällen gerne die sozialen Medien oder Chatdienste, um ihre Opfer zu belästigen, zu beleidigen und lächerlich zu machen. Oft bilden sich schnell große Gruppen, die beispielsweise das Profil auf einer der sozialen Medien des Betroffenen mit negativen, verächtlichen Kommentaren überziehen, Beleidigungen posten oder gemeine Sprachnachrichten schicken. Auch in geschlossenen oder offenen Chatgruppen wird gegen das Opfer gehetzt, dieses massiv beleidigt, nieder gemacht oder sogar bedroht. Für die Mobber handelt es sich bei solchen Aktionen nicht selten um ein spaßiges Spiel, bei dem der eine den anderen mit seiner Verächtlichkeit übertrumpfen will. An das betroffene Opfer denkt dabei meist keiner.

Das Opfer muss das Cyber-Mobbing über sich ergehen lassen, was teils fatale Folgen haben kann. Gerade junge Menschen fühlen sich durch diese virtuelle Hexenjagd abgelehnt, wertlos und minderwertig. Manchmal führt dieses Gefühl der Ablehnung durch Mitschüler und Studenten zu ernsten psychologischen Erkrankungen, die Betroffene ein ganzes Leben mit sich herumtragen und nur mit entsprechender Therapie in den Griff bekommen können. Im schlimmsten Fall führt das anhaltende Cyber-Mobbing sogar dazu, dass Betroffene sich mit Selbstmordgedanken befassen und diese letztlich auch in die Tat umsetzen.

Cyber-Mobbing gegen Homosexuelle am Arbeitsplatz

Wer denkt, dass Mobbing im Internet nur unter Kindern und Jugendlichen eine Rolle spielt, der irrt sich gewaltig! Auch in der Welt der Erwachsenen kommt es immer wieder zu massiven Fällen von Cyber-Mobbing. Nicht selten sind auch hier besonders Homosexuelle ein beliebtes Ziel für die Hetzer und Mobber. Am Arbeitsplatz kommt es am häufigsten zu Mobbing Attacken gegen Schwule und Lesben. Für Betroffene kann der tägliche Gang zur Arbeit schnell zu einem Spießrutenlauf werden. Mobber am Arbeitsplatz nutzen dabei oft ähnliche Möglichkeiten, um ihr schauriges Spiel zu betreiben, wie Schüler und jüngere Menschen – nämlich die sozialen Netzwerke und Chattingdienste.

Unter Cyber-Mobbern ist besonders das gemeine und beleidigende Kommentieren von Posts der Opfer auf sozialen Medien beliebt. Hier kann man sich mit wenigen Klicks eine Fake-Persönlichkeit zulegen und so unter falschem Namen Hasspostings ablassen. Gerne werden auch homosexuellen feindliche Bilder, Sprüche (sogenannte Memes) oder Audiokommentare gepostet, um das Opfer zu diffamieren und zu beleidigen. Chatgruppen, in denen sich die Mobber zusammenschließen, um gegen das homosexuelle Opfer zu agitieren, sind ebenfalls weit verbreitet. In den geschlossenen Räumen fühlen sich die Täter meist sicher und anonym und hetzen nach Herzenslust. Hier werden die schlimmsten Beleidigungen ausgetauscht, das Opfer der Lächerlichkeit preisgegeben und manchmal sogar krude Mordfantasien ausgesprochen. Das Opfer kann oft nur erahnen, was die Täter so alles von sich geben und muss dann mit dem schlechten Gefühl zur Arbeit gehen, nicht zu wissen, wer alles zu den Mobbern gehört. So entsteht ein Klima der Ablehnung und der Angst, welches auf Dauer zu ernsten, psychischen Schäden führen kann.

Betroffene von Cyber-Mobbing gegen Homosexuelle können oft nicht viel gegen die Anfeindungen im Web tun, denn häufig geschehen diese unter falschen Namen und mithilfe von Fake-Accounts. Wichtig ist aber auf jeden Fall, dass die Mobbingopfer sich fachlichen Rat holen, sich an Mobbingberatungsstellen wenden und den Arbeitgeber oder die Schule über das Mobbing informieren. Mobbing Opfer dürfen sich nicht alleingelassen fühlen und brauchen auch den Rückhalt von Familie und Freunden – ebenso wie die professionelle Hilfe von Vorgesetzten, Lehrern oder Psychologen. Cyber-Mobbing gegen Schwule und Lesben ist ein Problem unserer Zeit, dass wir nur gemeinsam anpacken und lösen können, um die virtuelle Welt ein Stückchen besser zu machen!

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